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Musik und Tanz als Mittel gegen das Trauma des Krieges

"Children on Stage" läßt Flüchtlingskinder einen unbeschwerten Tag erleben

Gießen. Für die Flüchtlingskinder, die derzeit im ehemaligen US-Kasernengelände Rivers Barracks leben, gab es in dieser Woche ein ganz besonderes Highlight.

VON TANJA MOLITOR
Die Mitarbeiter des Marburger Vereins "Children on Stage" veranstalteten am vergangenen Dienstag einen ganz besonderen Tag für die in den Rivers barracks untergebrachten Flüchtlingskinder aus dem Kosovo.

Unter dem Motto "Mitmachzirkus für Kinder" stellten Thomas Liebl, Sabine Rößer und Bianca Fasel einen Tanz- und Musiknachmittag auf die Beine, bei dem die Kinder je nach Alter in insgesamt drei Gruppen eingeteilt wurden und verschiedene Tänze einstudierten. Abends wurden die Tänze den Eltern und Freunden präsentiert. Die Kleinsten im Alter von sechs bis zehn Jahren probten mit Thomas Liebl einen russischen Tanz und eine Zigeunerpolka. Die älteren Jugendlichen studierten eine Choreographie auf die Musik der Backstreet Bays ein.

"Die Musik war das beste", findet Miliam Elshani, der seit fünf Tagen in Gießen lebt. Mehr als drei Stunden haben wir geübt, bis alle Tanzschritte einigermaßen saßen, das war für die Kleineren ganz schön anstrengend. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem allen, sagt der 18 jährige. Die Frage, ob jeden Tag solche Aktionen stattfinden, verneint der Jugendliche, "aber für die kleinen Kinder gibt es einen Spileraum, in dem sie mit Puppen und anderem Spielzeug spielen können.
 
Dabei vergessen sie für ein paar Stunden, wo sie herkommen. Denn im Gegensatz zu dem Niemandsland, aus dem wir geflohen sind, ist das hier ein echtes Paradies." Die Gestaltung dieses Kindertages war kurzfristig geplant geworden, nachdem Sabine Rößer, Vorstandsmitglied bei "Children on Stage", mit dem Pfarrer der Petrusgemeinde in Gießen gesprochen hatte. Dieser betreut mit einigen anderen die ankommenden Flüchtlinge.

Diese Aktion hier war etwas anderes als das, was wir normalerweise machen", erklärt Sabine Rößer. "Unsere Projekte dauern in der Regel mehrere Wochen." Bianca Fasel ergänzt: "Im Oktober fahren wir zum Beispiel mit mindestens drei Mitarbeitern nach Nordabanien und werden mit den Kindern in den Flüchtlingslagern Theater spielen und Tänze einstudieren. Das führt zusammen und gibt den Kleinen ein Stück ihrer verlorenen Kindheit zurück."