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Marburg |
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Kinder lernen im gemein-
samen spiel für Zeit nach dem Krieg |
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Marburger Verein in Kroatien und Ostslawonien Tanz, Theater und Akrobatik |
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Marburg. Unter
neuem Namen widmet
sich ein Marburger
Verein der alten Aufgabe:
Mitmachprojekte für junge Leute
in vom Kieg zerstörten Orten anzubieten.
VON BRIGITTE BOHNKE
Studierende der Philipps-Universität
und die Grundschullehrerin Anette Zinser waren
Gründungsmitglieder des
Vereins, der seit Juli 1994 mit
Mitmach-Programmen für
Kinder und Jugendliche entlang der kroatischen Küste
uns in Bosnien unterwegs ist.
Der Name "Recht auf Kindheit", abgekürzt Rak, habe
sich in den Einsatzgebieten
nin ehemaligen Jugoslawien
als ungünstig erwiesen, erzählt Anette Zinser. "Rak
heißt ins Deutsche übersetzt
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Krebs." Und für internationale Organisationen sei der
Name ein Zungenbrecher gewesen. Nun heißt der Verein
"Children on Stage" (Eine
Bühne für Kinder). "Das gibt
auch besser wieder, was wir
tun", meint Bianca Fasel,
Gründungsmitglied des Vereins.
Orte in Kroatien und Ostslawonien waren Anfang des Jahres Schauplätze für die Arbeit der Marburger. Das Bestreben, durch gemeinsames Spiel das Miteinander von kroatischen und serbischen in den durch den Krieg zerstörten Orten zu fördern, sei nach wie vor Zielsetzung der Arbeit, betont Anette Zinser. Der friedenserziehende Aspekt sei mit Projekten wie Theater, Tanz, Akrobatik und lustigen Bewegungsspielen |
Kindern wie Jugendlichen
ohne große Probleme spielerisch nahe zu bringen. "Aber
wir bekommen auch immer
wieder mit, daß der Zusammenhalt
der Kinder untereinander eher verhindert
als gefördert wird", berichtet Bianca Fasel. Schüler würden
erzählen, daß manche ihrer
Lehrer ein Miteinander überhaupt nicht unterstützten.
Hinzu komme, daß zwischen
einzelnen Dörfern eine Konkurrenz zu spüren sei, etwa,
was den Wiederaufbau betreffe.
Deshalb sei das Team bestrebt, nach Möglichkeit Gruppen mit Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Dörfern zu bilden. Im August wird es erneut in der Gemeinde Ernestinovo arbeiten, wo kroatische und serbische Kinder leben. Bianca Fasel kennt die Ge- |
meinde, "dort hat sich kaum
etwas verändert", berichtet
sie. "Die Umgebung wird
noch lange zeit vermint bleiben,
und nach einem Minenunglück im vergangenen
Sommer, bei dem ein Dorfbewohner ums Leben kam, geht
niemand mehr an die Vuka
zum Fischen.
Der einzige treffpunkt für Jugendliche, eine während der UN-Verwaltung betriebene kleine Kneipe, habe nach der Übergabe des Gebietes an Kroatien geschlossen werden müssen. Und seit dem Abzug der UN-Truppen hätten die Eltern Angst, die Kinder abends im Freien spielen zu lassen. "Das Interesse an unserem Angebot war so groß, daß wir noch einmal nach Ernestinovo gehen wollen", sagt Bianca Fasel. Information: "Children on Stage", Anette Zinser, Tel.: 0 64 21/4 41 16. | |||
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STICHWORT: Organisation von "Children on Stage"
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Wer im Team von "Children on Stage"
(Bühne für Kinder) mitarbeitet, bekommt den Einsatz als pädagogisches
Praktikum für das Studium anerkannt.
der Marburger Verein bezahlt die Fahrt,
die Unterkunft wird in den Einsatzorten
gestellt. Spenden, aber vor allem Geld
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von der Stigtung "Die Schwelle" in Bremen, machen die Arbeit des Marburger
Vereins möglich. "Es gibt kaum noch
Hilfsorganisationen, die dort, wo wir hinkommen, arbeiten", sagt Anette Zinser.
Ein Friedenscenter in Vukovar ist eine
wichtige Anlaufsstelle für die Mitarbeiter.
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Dort werden Einsätze des teams besprochen und festgelegt. Das Büro für die
Projektorganisation in Deutschlabd ist in
Kassel. Nicht nur Studierende aus Marburg machen als Volontäre bei "Children
on Stage" mit. Mangel an freiwilligen
Helfen gebe es nicht, so Anette Zinser.
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